Archiv für Oktober 2012

Erste. ?

Scusa vorab für ein wenig interne Verweise. (….)

Eine Sache, die mir schon länger auf die Nerven geht, ist das ständige appellieren an den Leistungswillen sozial marginalisierter Gruppen. Nicht nur, dass immer wieder suggeriert wird: Strengt Euch doch mal ein wenig an; — es gibt auch noch Organisationen, die sich als „von unten“ verkaufen (!) und in´s gleiche Horn tuten.
Gerade wieder erlebt bei einer Comic-Ausstellung, die eigentlich empowernd sein soll und am End größtenteils bei der Mär vom AusnahmeKIND an der ach so tollen und erstrebenswerten Uni landet. Mit anwesend: Eine Organisation von und für ArbeiterKINDER (ich HASSE! HASSE! HASSE! es derart paternalistisch [bevormundend] angeredet zu werden!), im hauseigenen Merchandise (in diesem Fall: ein T-Shirt).
Dazu dacht ich mir: Comics kann ich auch – mach ich ´nen eigenen.
(Hab ich auch J. versprochen – Grüße und Küsse.)

erste

Gebt mir was zu lesen (oder so) – bitte!

Nachdem ich die letzten Tage damit verbracht habe, mich mit der Diskussion um den Sl*twalk zu beschäftigen, ist mir wieder aufgefallen, wie wenig Blogs/Öffentlichkeit/sichtbare Positionierungen es im deutschsprachigen Raum zum Thema Klassismus gibt.
Wie bei so vielen anderen Themen kickt es mich total, wenn ich über Texte/Links/Anmerkungen stolpere, in denen erwähnt wird, dass ich mir das nicht alles ausdenke, sondern dass Klassismus Struktur hat. Dieses „ja-genau-du-hast-so-recht!“-Köpfe-zusammen-stecken, dass von außen wie jammern aussieht, aber diesen tollen, empowernden Effekt hat, sich nicht so wahnsinnig allein zu fühlen.
Das tue ich gerade. Mich allein fühlen. Entkräftet sein. Ich freue mich, dass es Menschen gibt, die diesen Blog lesen und ihn als Informationsquelle für/über Klassismus nutzen. Aber ich wünsche mir mehr. Mehr Blogs. Wortmeldungen. Futter für mein Herz.
Ich bin gerade ausgebrannt und weinerlich und vielleicht liegt es auch am Wetter, dass ich mir gern die Bettdecke über den Kopf ziehen möchte – aber ich würde meinen Winter lieber damit verbringen, Geschichten/Einsprüche/Beschwerden über Klassismus zu lesen, als zu resignieren und mich zurück zu ziehen.
Ich habe diesen Blog aus Wut gestartet. Weil ich dachte ich platz bald, wenn ich nicht meine klassistischen Erlebnisse/Wahrnehmungen aufschreibe und mitteile. Das hat temporär geholfen. Und jetzt brauch ich EUCH. Eure Texte, Eure Wut, Euer Auskotzen.
Wo begegnet Euch Klassismus im Alltag? Wie hat Klassismus Euch geprägt? Was schätzt Du an Deiner Klassenherkunft? …? Bitte schreibt, oder malt oder was Euch sonst einfällt. Sagt mir, dass ich nicht alleine bin. Dass es Euch auch so oder doch ein wenig bis ganz anders geht.
Ich würde mich SO freuen.